Chia Samen

 

Das Versprechen:

Sie sollen den gesamten Körper stärken, Energie liefern, entschlackend wirken, satt machen, vor Hautalterung schützen, schlank machen, das Herz stärken, usw.

Man liest, dass die Wunderwirkung allerdings noch nicht wissenschaftlich belegt ist, wie auch immer man Wunderwirkungen belegt. Ernährungswissenschaftler sprechen zumindest davon, dass die Samen ganz gesund seien.

Sie enthalten tatsächlich wertvolle Nährstoffe, sind reich an Antioxidanten, Proteinen, Ballaststoffen, Mineralstoffen, Vitaminen und Omega-3-Fettsäuren. 

-Sie bestehen bis zu 40% aus ungesättigten Omega 3- und 6-Fettsäuren

-Sie bestehen aus ca. 20% Proteinen 

-Der Kalziumgehalt von 630 mg/100g ist fünfmal höher als der von Milch

-100g Chia-Samen enthalten 4,8 mg Zink 

 Die Pflanze:

Die Chia Pflanze wächst in Mexiko, Guatemala und Nicaragua  und wird heute an immer mehr Orten angebaut. Sie ist ein einjähriges Gewächs und gehört zur Salbei-Familie, wird bis zu zwei Meter hoch und blüht von Juli bis August blau-violett. Enährungsphysiologisch wird die Pflanze zu den Ölsaaten gezählt. (Die Medien sind sich nicht ganz einig, ob der Name mit „Stärke“ übersetzt werden soll oder von „chian“, „ölig“ stammt).Chiasamen sind nicht die Pflanzensamen, sondern stammen aus den Kapseln der Lippenblütler.

Chia-Samen werden seit über 4000 Jahren konsumiert und sollen ursprünglich zu den Grundnahrungsmitteln der Azteken, Maya und Inkas gehört haben. Ähnlich wie beim Quinoa sollen die spanischen Eroberer auch die Chia Samen im 16.Jh. verboten haben haben, um eigene Geschäfte mit der Pflanze zu machen. Der Versuch, die „salvia hispanica“ in europäischem Boden anzubauen, ist weitgehend gescheitert. 

Bis 2009 wurden Chia-Samen hauptsächlich als Tierfutter verwendet und durften nur bis zu 5% in Lebensmitteln enthalten sein, bis die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit das Okay gab, die Samen auch als eigenes Lebensmittel zu verwenden. Der Import von Chia ist erst seit 2013 erlaubt , was den Weg in den europäischen Markt der Nahrungsergänzungsmittel ebnete.

Kommerzialisierung

Heute werden die Samen in Südamerika, Mittelamerika und Australien mit Hilfe von Aussaatmaschinen in die Saatrillen gebracht und im November die Kalix (Kapseln) geerntet. 

In diesem Bericht ist die Kultivierung der Chia-Samen erklärt: 

Die Schattenseite…

Die Ökobilanz ist erschreckend: Chia-Samen werden über 9.000 km Luftlinie nach Deutschland transportiert. Der Co2-Fußabdruck und der einhergehende Energieverbrauch sprechen für sich.

Die Glyphosatdebatte

14643190_10208401338525957_2016324671_nEin weiteres Problem ist das Breitbandherbizid Roundup von Monsanto, mit dem die Felder bereits vor der Aussaat der Chia-Samen behandelt werden, um Unkraut fernzuhalten. Dadurch wird das natürliche Ökosystem zerstört. Das enthaltene Glyphosat ist Hauptbestandteil der am häufigsten verwendeten Unkrautvernichtungsmitteln. Es ist immernoch umstritten, ob Glyphosat für den Menschen krebserregend ist, allerdings hat die Debatte weit tiefere Auswirkungen: 

Ob nun bewiesen wird, dass das Herbizid krebserregend ist oder nicht, spielt keine Rolle mehr. Wahrscheinlich spielt es auch keine Rolle mehr, ob es verboten wird oder nicht, denn die Sorge wird anhalten. Sorge führt zu Missmut und Missmut führt zu geringerer Nachfrage. 

Vielleicht ist das gar nicht so schlecht, denn weniger Nachfrage bedeutet auch weniger Belastung der Ökosysteme und verzichten muss man auch nicht: 

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Leinsamen bieten fast die gleichen Super-Nährwerte und werden auch in Deutschland angebaut. Dennoch sollte man auch hier die Augen offen halten und schauen, wo die Leinsaat herkommt. 

 

 

 

 

 

 

Weitere Quellen:

Superfood Chia: https://www.welt.de/wirtschaft/article153176134/Geschaefte-mit-der-Pseudo-Power-von-Chia-und-Quinoa.html 

Zum Anbau und der Kommerzialisierung: http://www.chia-samen.info/pflanze.html

Probleme mit Monsanto: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/glyphosat-163.html

 

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