Geography of Food

Ernährungssouveränität ist ein moralischer Grundgedanke, den sicher einige von uns inne haben, aber nicht zu realisieren vermögen. Es scheint, der wohlwollende Gedanke der Souveränität kratzt an der Oberfläche des ungleichen Systems, aber so richtig dran gerüttelt und mal reingeschaut haben die wenigsten.

Geography of Food schließt diesen Gedanken ein und klärt nicht nur auf, sondern leitet dazu an, Perspektiven zu wechseln, unser bestehendes Sichtfenster auf die Welt aufzulösen und zu erweitern.

Geography of Food ist die mediale Aufklärung darüber, wo, welche und warum es Verlierer und Gewinner der Ernährungswirtschaft gibt.

Geography of Food  kritisiert und visualisiert nicht nur negative globale Auswirkungen, sondern stellt  auch Alternativen dar.

 

 

Der Hintergrund

Was die globale Ernährung betrifft, wird Globalisierung als politisches Projekt der Weltwirtschaft animiert, das  von kapitalistischen Organisationen wie transnationalen Unternehmen und Finanzinstitutionen geleitet wird. Was daraus in der Ernährungsindustrie resultiert, bezeichnet der Soziologe Ritzer als die Mc Donaldisierung. Er sagt, dass das Modell der sozialen Rationalisierung nicht nur die Restaurant-Industrie betrifft, sondern auch die amerikanische und letztlich die Weltbevölkerung.

Das Problem dabei ist nicht, dass Märkte globale Reichweiten haben, sondern, dass eben diese gleichzeitig mächtig und gefährdet sind. Es ensteht eine immer größer werdende  Kluft zwischen dem globalen Treiben und der lokalen Situation.

Die globale Reichweite ist heute ein systematischer und logischer Prozess und somit kaum mehr ein parteiischer oder angefochtener. Die Vernachlässigung der Bedeutung von Sozialgefügen und der zeitgleiche Wachstumswahn von TNU´s haben letztendlich wenigstens dazu geführt, dass das Problem erkannt wurde. Wachstum ist eben nicht alles.

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Food and Agriculture Organization of the United Nations

 

Globalisierung macht Macht?

Was genau macht Globalisierung, wenn es keinen Zusammenhang zwischen Globalisierung in der räumlichen und der sozialen Vorstellung gibt, bzw. wenn er bewusst ignoriert wird. Wie konstruktiv ist dann die Welt als Dorf noch?

Nach den Ansätzen der Geography of Food gibt es zwei Einflüsse, die an dieser Stelle kritisch betrachtet werden sollen, um das Ganze neu zu betrachten, nämlich, indem die politische Weltwirtschaft neu überdacht und die sogenannte Raum-Zeit Beziehung erkannt wird.

Politik Der erste Ansatz ist es, zu betonen, dass es soziale Praktiken sind, die die Märkte konstituieren. Die Kritik liegt darin, dass diese Konstrukte letztendlich nicht als sozial, sondern als historisches Produkt, als Phänomene abstrahiert werden, die miteinander verbunden sind und die Verbindung zur Soziostruktur verloren geht.

Raum-Zeit Die Dekonstruktion von geometrischen Landschaftsmustern ist nötig, um weg von festgefahrenen Rationalisierungen zu kommen, um die Situiertheit von sozialen Institutionen, Prozesse und Wissen im Kontext zu verstehen.

Spatial recognition ist zusammengefasst also ein Ansatz, Globalisierungsprozesse unter diesen beiden Kritiken zu überdenken und globale Netzwerke als performativ und nicht absolut anzusehen.

Was macht Geography of Food?

Forschungebiete sind beispielsweise das Thema Food Security, die Organisation städtischer Landwirtschaft, food miles, Souveränität und viele mehr.

Geography of Food beschäftigt sich mit den Themen Produktion und Konsum von Lebensmitteln in  komplexen globalen Mustern und Beziehungen, die beeinflussen, wer Nahrung wo und wie produziert, wer sie wo und wie konsumiert und in welchem Netzwerk Produzenten und Konsumenten stehen. Dieses Netzwerk offenbart ungleiche Beziehungen und weist immer wieder Rückschlüsse auf den armen Süden und den reichen Norden und auf Ungleichheiten innerhalb dieser hin.

Karten der Geography of Food zeigen Muster, die die Machtverhältnisse der Entwicklungsstaaten gegenüber den Industriestaaten darstellen.

Beispielsweise geht es um die Verbindung zwischen Lebensmittel-Innovationen, Produktion, Transport, Handel, Konsum. Sie zeigen auf,  wie Landwirtschaft und Supermärkte Lebensmittel produzieren, importieren und dabei die Umwelt zerstören und für Abwanderung sorgen. Sie zeigen, wie Einheimischen die Kontrolle genommen und in die Hände der TNCs gelegt wird. Sie zeigen den Gegensatz von steigender Produktion und steigender Lebensmittelknappheit, decken Paradoxe und Heucheleien auf und Unternehmen, die von riesigen Mengen an Lebensmitteln profitieren, die die Einheimischen nie sehen werden.

 


 

4553029.pngQuelle: The British Geographer

Diese Karte zeigt beispielsweise die ungleiche Werteverteilung der globalen Lebensmittelproduktion (2006), die von der Kapazität der Umwelt, wie Wasserverfügbarkeit, Klima und Bodenqualität bestimmt ist, sowie von der der Menschen, die durch Fähigkeiten und Möglichkeiten in der Landwirtschaft bestimmt ist.

1337499770.jpgDas Diagramm zeigt die Entwicklung der weltweiten landwirtschaftlichen Produktion unter der Berücksichtigung einzelner Staaten, woraus die ungleiche Verteilung deutlich wird.

 

Geography of Food ist ein Konzept der Visualisierung von Problemen, das sich durch verschiedene Globalisierungsprozesse entwickelt hat. In erster Linie geht es um die  genannte Kritik, nämlich die Steuerung aller Prozesse durch die Einflussreichsten und die sich immer weiter öffnende Schere zwischen Ausbeutern und Ausgebeuteten.

Weiterlesen:

Geography of Food Blog

Alternative Geography of Food

Food Miles

Food Security

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