Local Food Movement – Ein Fortschritt?

 

Warum es das Local Food Movement gibt

Anonyme Lebensmittel

So, wie das Ernährungssystem heute strukturiert ist, gibt es kaum Kontakt zwischen Konsumenten und der Quelle ihrer Lebensmittel. In unserem Denken ist es schon regional, im nächst gelegenen Supermarkt einzukaufen, dort, wo wir die Verkäufer persönlich kennen, aber nicht den Produzenten oder den Produktionsort der Ware.

Dieses Ernährungssystem, als Teil der Globalisierung, das uns systematisch Heimatgefühle und scheinbar regionale Lebensmittel offeriert,  hat direkten Einfluss auf unsere Beziehungen und Werte. Objektivität, getarnt als Regionalität, wird zur Normalität.

Was daraus resultiert ist, dass viele Menschen heute  gar nicht merken, dass sie nicht wissen, woher ihr Essen kommt.

A face to the food

Viele Entwicklungen der Globalisierung in der Vergangenheit und Gegenwart führen heute zur Rückbesinnung der Menschen. Sie betrifft nicht nur Lebensmittel, sondern einige andere Dimensionen.Wie ich im Artikel Foodtrends beschrieben habe, löst die Bewegung der Rückbesinnung soziale Trend aus, so auch das Local Food Movement.

Lokale Lebensmittel zu kaufen, soll es ermöglichen, sich mit den Produzenten in Verbindung zu setzen. Das Gefühl der Verbundenheit und Heimat soll wieder hergestellt werden, indem Produktion und Konsum von Lebensmitteln wieder an einen Ort zusammengeführt werden sollen: Die Menschen dahinter sollen ihr Gesicht zeigen und sich verbinden.

Das Ziel des Local Food Movements

1) Gefühl von Verbundenheit wiederherstellen

2) Qualitätsanspruch

3) Umweltbelastung vermindern

4) politische und soziale Unterstützung für spezielle Arten der Landwirtschaft

Wer steht dahinter?

Im Herzen des Local Food Movements sitzen Individuen und Organisationen, die Ernährung als „landwirtschaftlichen und politischen Akt“ betrachten und entsprechende Entscheidungen über das was sie essen treffen.

Manche sehen Local Eating als Konsum von dem, was in der Nähe ihrer Heimat produziert wird, manche (sog. Locavore) sind bemüht, sogar selbst anzubauen und Lebensmittel nur aus nächster Nähe zu kaufen.

Es sind Aktivisten, die bemüht sind, möglichst viele zu inspirieren, lokal einzukaufen. In den USA beispielsweise gibt es solche Aktionen wie das Konzept.

Local Food Definition

Local Food wird über die Distanz vom Produktionsort zum Konsumenten beschrieben.

 “local food is food grown or produced within a 250 mile radius” (Gary Nabhan)

 

„can be procured within a day’s leisurely drive of our homes“  (Dye Gussow’s)

 

Local Food Movements haben verschiedene Strategien und entstehen unter verschiedenen Motivationen

 

Wie können local food movements globale Probleme konfrontieren?

Nicht nur in den USA, sondern auch in den anderen entwickelten Staaten wird das Local Food Movement größer.

Es bleibt aber die Frage, ob diese Bewegung ein Trend der Privilegierten bleibt, oder ob er tatsächlich die Augen für andere politische Probleme öffnen und wirklich etwas am Ernährungssystem verändern kann.

Die Debatte um Das Local Food Movement  

  • Die einen sagen, Produktion und Markttrends sind eine Sache der Dominanz und Macht, sodass der Konsument an sich keine Auswirkungen auf das globale Geschehen haben kann, wenn er sich lokal ernährt.

Dazu kommt, dass sich Konsumenten mit geringem Einkommen nicht anschließen können und so gezwungen sind, importierte Ware zu konsumieren. Außerdem seien die Bewegungen viel zu unorganisiert, um etwas am Produktionssystem zu verändern. Wenn das LFM nicht auch Benachteiligte berücksichtigt , bleibt das Image bestehen, dass es eine Angelegenheit der weißen, städtischen, gut gebildeten Mittelschicht ist.

  • Dagegen gibt es solche, die denken dass der reflektierte Konsument durchaus in der Lage ist, sich politisch zu aktivieren. Gleichzeitig bestehen aber auch Zweifel, ob er in der Lage ist, die Struktur des food system wirklich zu durchschauen und zu problematisieren.

Die Versteifung auf Local Food Movement hemmt die Reflexion über andere politische Themen. Zum Beispiel gibt es in den USA den sogenannten Defensiven Lokalismus, der dazu führt, dass lokale Grenzen zu steif gesehen werden und die Bedeutung von lokal nicht differenziert wird.

Wenn sich Lokalismus zu defensivem Lokalismus entwickelt, geht die Chance verloren, das Essen als Einstieg für weitere Diskurse über das System an sich und Identität dient.

Das Thema food sollte im Rahmen des Local Food Movement einen Zugang zu vielen anderen Problemthemen zu finden .

Lang sagte dazu 1999 bereits: „food is a microcosm of wider coial realities“

Warum versteifen sich die Konsumenten so sehr auf LFM?

Das Local Food Movement hat nur dann einen Sinn, wenn es die Bevölkerung animieren kann, sich mit der politischen Lage auseinander zu setzen. Aber auch die wohlhabende Gesellschaft, die gewillt ist, dem Wandel etwas beizutragen, hat oft nur die Wahl zwischen kaufen und nicht kaufen und keine Möglichkeit, politisch aktiv zu werden, was als „voting with Dollars“ beschrieben wird. vote_with_your_dollar_Bumper-Sticker.png

Chisan Chisho in Japan

 

Auch das japanische Local Food Movement steht vor der Aufgabe, das Problem der Gerechtigkeit im Ernährungssystem zu adressieren.

Die Frage ist, ob die Bewegung auch  die Marginalität ansprechen kann oder doch nur eine neue Marktnische schafft, die das Problem nicht löst.

Studien haben gezeigt, dass der Trend in einen Markttrend umfunktionalisiert wird. Der Markt reagiert mit bestimmten Werbetricks wie das Gesicht des Produzenten auf Verpackungen, um einen sense of place zu vermitteln , aber verfehlt , dem Konsumenten Sicherheit und ökologisches Wissen zu vermitteln.

Viele Aktivisten von Chisan Chisho werden von der Regierung dirigiert und die Intitiativen drehen sich nur noch ums Branding und Marketing. Chisa Chisho ist zum Marketing Slogan geworden .

Die Regierung hat dafür gesorgt, dass Chisan Chisho ein Profil bekommen hat und bekannt wird, und es gleichzeitig absolut depolitisiert und umgemodelt zu einem Tool, das von den gleichen Industriefirmen wie vorher dazu benutzt wird, Konsumenten zu halten.

Quellen

Chisan Chisho Food Movement

JUMPING ON THE NEXT BANDWAGON: AN OVERVIEW OF THE POLICY AND LEGAL ASPECTS OF THE LOCAL FOOD MOVEMENT

Are local food and the local food movement taking us where we want to go? Or are we hitching our wagons to the wrong stars?

Beitrag zu den Problemen des Voting with Dollars

 

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